„Und was ist Dein Coronageschenk?!

Als mich das eine kinderlose Freundin in Kurzarbeit, die gerade begonnen hatte zu batiken, mitten im ersten Lockdown fragte, schloss ich einfach meine Augen und schwieg. Ansonsten hätte Corona ein weiteres Opfer gefordert …

Täglich jonglierte ich mit Job, Homeschooling, Kochen, Wäsche und und und – und sie besaß die Frechheit mich nach meinem Coronageschenk zu fragen. Corona schenkte mir meine vier Jungs daheim, die fraßen und pupsten, mich Dinge fragten, die ich aus meiner Schulzeit längst verlernt hatte und einen Mann, der sich im Homeoffice verschanzte. Nur gelegentlich zur Nahrungsaufnahme und zum Kaffeeholen tauchte er mal auf. Ok, Mathe hat er mit den Kindern auch gemacht. Es gibt viele Studien, die zeigen, auf wessen Schultern die tägliche Arbeit besonders (nicht ausschließlich) ruhte.

Aber was hat mir Corona geschenkt? Was hat mir dieses Jahr geschenkt?

Also, von geschenkt kann keine Rede sein, denn ich habe es bezahlt, aber unsere erste Anschaffung war ein Langhaarschneider und die letzte ein Massagehammer. Echt, so etwas gibt es wirklich. Er sieht wie eine Bohrmaschine aus, nur mit weichem Ball vorne dran.

Entschleunigend waren die vergangenen 18 Monate nicht, eher beschleunigend. Alles komprimiert in den eigenen vier Wänden. Brennglasartige Hurrikans zogen durch unsere Leben – was brüchig schien, brach, was kaputt schien, ist kaputt. Also Zeit, sich neu aufzurichten und auszurichten.