Brief an einen Freund

Derzeit mache ich mir etwas Sorgen. Nein, nicht um die grassierende Erkrankung, sondern darum, was sie aus uns Menschen macht. Wie wir miteinander bereit sind umzugehen. Ich bin erschrocken, wie weit wir bereit sind unsere Seele für die uns erhaltende Wirtschaft zu verkaufen.

Wir haben den ersten Lockdown unseres Lebens erlebt. Wir gewöhnten uns an die rasante Digitalisierung und deren Möglichkeiten in den unterschiedlichsten Bereichen.

Und nun?
Egal was die Obrigkeiten beschließen, die Menschen sind mittlerweile eigensinnig genug und lockern auf ihre Art. Ich glaube kaum, dass auch nur irgendwelche Maßnahmen von der Bevölkerung den Richtlinien entsprechend umgesetzt werden.
Halt, stimmt nicht: Der Nasen-Mundschutz ist allgegenwärtig – ist er doch das äußerliche Zeichen des sich Fügens in auferlegte Verhaltensmaßnahmen.

Aber was sehe ich dann? Wie wird er abgesetzt und in die Hosentasche gesteckt, vor dem nächsten Geschäft wieder gezückt und oft genug verkehrt herum (inside out) wieder aufgesetzt?!
Verabredungen unter Familien und Kindern, Freunden und Verwandten sind keine Seltenheit. Mich wundert es, dass mein Funknetz immer noch #StayHome anzeigt. Die Welt scheint schon wieder auf den Beinen zu sein.

Bildschirmfoto 2020-05-09 um 10.13.51.png

Was mich daran erschreckt?! Es wird billigend in Kauf genommen, dass ein Großteil unserer Bevölkerungsgruppe diesem Virus erliegen wird. Die Zahl der Infektionen wird rapide steigen. „Juckt mich nicht“, höre ich dann „unsere überalterte Gesellschaft wir halt jetzt entschlackt.“ Geht’s noch?! Da steigen in mir Bilder einer längst überwunden gedachten Zeit in mir auf. Euthanasie – das scheint es zu sein. Gut, nicht ganz so drastisch, aber die Sorglosigkeit von vielen drängt dieses Gedanken auf.

In der Hosentasche werden wir einen Impfausweis mit angezeigten Immunitäten tragen? Das erinnert mich an Metropolis. Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen.

 

Ein Gedanke zu “Brief an einen Freund

  1. mikesch1234 schreibt:

    Es erliegt bisher noch kein Großteil der alten Menschen. Selbst in Heimen, wo es viele Fälle gab, haben 40-70% der SeniorInnen einen sehr leichten bis gar nicht spürbaren Verlauf.
    Das Virus ist weit weniger gefährlich als angenommen, das muss in den Grundannahmen noch vieles falsch sein.
    In meiner Tageszeitung lese ich heute, dass in meinem Landkreis in den ersten 4 Monaten 2020 keine Übersterblichkeit war, ja, es waren sogar insgesamt mehr als 100 Tote weniger als in 2019. Dabei hatten wir im Verhältnis zur Bevölkerungszahl in unserem Landkreis sehr viele Fälle, beinahe Schlusslicht in Niedersachsen.
    Unsere Amtsärztin sagt laut Tageszeitung: die 10 Coronatoten gehen in der Statistik unter.

    Das Virus ist nach meinem Eindruck vielfältig mutiert … es gibt Gebiete, wo stärkere Mutationen weitergereicht werden, und Gebiete, wo recht harmlose Varianten rumgereicht werden.

    Insgesamt sind die Zahlen weit rückläufig.

    Es ist an der Zeit, endlich Luft zu holen und weniger Panik zu verbreiten, finde ich. Und die Kinder frei zu lassen, und die Alten „aus dem Knast“ zu holen.

    Liebe Grüße

    P.S. Pippi hat mir heute sehr gut gefallen 🙂
    Auch das, was Du da beschreibst, eine üble Folge der Maßnahmen – für die Frauen 😦

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s