Kondost Du noch, oder lebst Du schon?

Tatsächlich gibt es im Amerikanischen den neuen Begriff des „to kondo“. „I kondo these days, please wait.“ Das hört man dort schon eine ganze Weile.

Was sich dahinter verbirgt? Marie Kondo – Japanerin, sesshaft in den USA. Was sie lehrt? Ordnung. Japanische Ordnung. Nach dem Motto: „Behalte nur, was Dir Freude macht,“ entrümpelt sie amerikanische Wohnungen.

Bildschirmfoto 2019-02-06 um 08.31.28.png

Marie Kondo

 

Das macht die zierliche Japanerin im immer weißen Oberteil so effizient, dass Netflix ihr eine eigene Serie eingeräumt hat. Lustig, wie messy es bei so manchem Daheim ist. Die Schadenfreude ist allerdings nur von kurzer Dauer, als ich meinen Blick über den Bildschirmrand meines iPads wandern lasse.

Ich schreite zum Selbstexperiment.

Ihrer Ordnung basiert auf fünf Grundsätzen, denn sie räumt nicht nach Zimmern auf, denn das führt zu keinem Ende. Sie entmistet nach folgenden Schritten:

  1. Alles auf einmal, in kurzer Zeit und perfekt aufräumen
  2. Alle Dinge zum Aufräumen werden auf einem Haufen gesammelt
  3. Entscheiden, was weggeworfen wird aufgrund der Frage: Macht es mich glücklich, wenn ich diesen Gegenstand in die Hand nehme?
  4. Jeder Gegenstand, den man behält, bekommt seinen Platz zugewiesen
  5. Alle Dinge müssen dort richtig verstaut werden

Das führt dazu, dass zuerst alle Kleidungsstücke (inkl. Mäntel, Skihosen, Schals und Unterwäsche) sich auf einem erschreckend hohen Berg türmen. Der Schock ist groß und macht das Entmisten wesentlich leichter. Wirklich nur die Stücke, die einem noch Freude bereiten, wandern geordnet in den Schrank zurück (kein, da pass ich sicher mal wieder rein …).

Ebenso ergeht es Büchern, Schuhen, Unterlagen und Erinnerungsstücken und Kleinkram …

Jetzt liegen auf meinem Nachtisch, dem Esstisch und im Wohnzimmer nicht mehr unkontrolliert Bücher herum, sondern nur noch im Regal. Puh!

Gleich weiter zur Küche. Alle Nahrungsmittel auf einen Haufen. Abgelaufenes weg, ranziges Öl aus der hintersten Ecke wandert auch in die Mülltüte. I love it und werde mit einem Schwall Glückshormonen beschenkt! Tassen, Schüsseln und Tupperware liegt geordnet in Reih und Glied.

Bei den Kinderzimmern helfen die Kinder mit. UNd jeder darf eine „Ramschschublade“ mit Schätzen behalten. Dennoch – Beim nächsten Kirchenbasar für Kindersachen werde ich reich!

Am Ende der Woche stehe ich leicht geschockt vor dem Berg wegzubringende Dinge.
Eine ganz wesentliche Frage beginnt bei all dem Ausmisten an mir zu nagen: Warum konsumieren wir so viel? Warum wird es immer mehr und mehr bei mir in der Wohnung?

Ich erlasse ein strenges Einfuhrverbot von Dingen für meine Familie und mein Fastenvorsatz für die kommende Zeit?

Weniger ist mehr.

Mal sehen.

 

Bildquelle: Martin Graf

Ein Gedanke zu “Kondost Du noch, oder lebst Du schon?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s