Was machen gute Eltern dieser Tage?!

Tja, auf diese Frage gibt es bestimmt unzählige Antworten.
Worauf ich hinaus will, sind jedoch die Eltern von Grundschulkindern. Diese Woche startet hier in Bayern die Schule wieder und jeden Tag kommen die Sprösslinge mit Elternzetteln, Klassenkassenforderungen, Listen mit Schreibwarenutensilien und Büchern nach Hause. Mit vielen Büchern. Jedes meiner Kinder hat mindestens 15 Schulbücher und Arbeitshefte. Wie freuen sich die Kinder doch, wenn sie ein brandneues Exemplar mit nach Hause bringen: „Schau mal, Mami, ich bin die Erste, die das benutzen darf!“, freudestrahlend landet noch ein uneingebundenes Schulbuch auf meinem Schreibtisch.

Und während ich so vor mich hin die Bücher fein säuberlich mit Umschlägen versehe (daran denkend, dass ich bereits mit MEINEM Buch auf dem Sofa liegen könnte), ich heimlich diese glitschigen Plastikeinbände verfluche und mich an meine Kindheit erinnere, in der meine Mutter stundenlang diese Tätigkeit für uns drei Kinder versorgen durfte, wächst vor meinem geistigen Auge der Berg der Schulbuchplastikfolien.

Dieser Berg ist immens groß, wächst und wächst, scheint mir immer näher zu kommen und erdrückt mich schier. Binde ich gerade für diese Stadtverwaltung, die mir täglich mit einem Peter Lustig der nächsten Generation von ihren Müllautos winkt mit der Ermahnung nur keine weiteren Einwegkaffeebecher zu verwenden, die Schulbücher meiner Kinder mit mega-ekeliger Plastikfolie ein??

Jawohl, das tue ich. Keiner stößt sich daran, nur ich.
Vorsatz für ein Thema beim nächsten Elternabend (erst nach vorbeigezogener Elternsprecherwahl): Muss es Plastik, oder darf es etwas mehr Packpapier sein?

Hilfe! Wo ist die Lehrerin?!

Es geht wieder los – das nächste Schuljahr steht vor der Tür. Gespannt mache ich mich mit dem Drittklässler auf den Schulweg: „Welche Lehrerin hab ich denn jetzt?“, fragt er mich aufgeregt. „Na, das wirst Du mir nachher schon erzählen.“ Dabei denke ich mir, dass da vorne vielleicht gar keine steht.

Deutschland leidet unter eklatantem Lehrermangel. Die Bildungsausgaben stagnieren – und das im Land der Dichter und Denker. Unser wichtigster Rohstoff ist die Bildung – und einer der begehrtesten Exportschlager.

Was bringt unser Bildungssystem so ins Wanken? Der Hick-Hack zwischen Bundes- und Landeszuständigkeiten? G8-G9-Spielchen? Die vielen Flüchtlinge, die seit gestern an unsere Tür klopfen?
Und erst die Inklusion: Was früher von vielen sehr gut ausgebildeten Sonderpädagogen geleistet wurde, wird jetzt einer Lehrkraft untergejubelt. Und alle leiden. Die Sonderschulen werden nicht mehr subventioniert, sondern weiter geschlossen.

Was tun? Na, vielleicht von der Politik Lösungen fordern. Also hin zur politischen Veranstaltung und Mund auf. – Vielleicht sehen wir dann bald wieder mehr Lehrer auf den Straßen. 😉

Einen guten Schulanfang!

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