Ein Schnäppchen

Die Sonnt scheint. Wärmen kann sie noch nicht. Der Hund will dennoch seine Runde drehen. Eine Russin in schwarzem Kleid und passenden Pelzmantel tippelt mir entgegen (nein, ich habe keine Vorurteile). Eine junge, mausgraue französische Bulldogge begleitet sie. „Au, wie alt ist denn Ihr Hundchen?“ „Ach, das iiist funf Wochän alt.“ – starker russischer Akzent. „Fünf Wochen? Öffnen Welpen ihre Augen nicht nach den ersten zwei Wochen? Sie sieht mir mehr nach zwölf Wochen aus“, frage ich verwundert. „Oh ja, ich rrredä Unsinn. Ich habe sie ärst seit eine Woche.“ „Oh“, antworte ich, „dafür gehorcht sie aber recht gut.“ Wir beide blicken auf die Hunde. Die kleine fordert meine vehement zum spielen auf.

„Meine Nachbarn sind rrrichtige Russen. Die züchten, denke ich, da laufen sächs Hundä rrum.“ „Aha“, murmle ich. Na, da habe ich ja die gemäßigte Russin vor mir …

„Isch habe sie im Internät gekauft. Sie sollte entsorrgt werden.“ „Ach, die Arme“, denke ich mir entsetzt. Das ist so ziemlich der letzte Ort, an dem man einen Hund kaufen sollte.

„Für 2.700 Euro habe wirr sie gerettet. Ein Schnäppchen.“ Ja, genau, ein Schnäppchen. Kopfschüttelnd wandere ich weiter, kann mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.

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