Der Nebel liegt tief

Vor mir ist eigentlich eine Schneelandschaft. Aber sie liegt hinter einer dichten Nebelwand verborgen. Ich höre die Stimmen meiner Kinder in der Ferne. Sie lachen, johlen, aber ich kann sie nicht sehen. Mein Auge dringt nicht weiter, als zu meiner Fußspitze. Ich sitze in einer Art Haube und kann nicht heraus, kann nicht auf sie zugehen, sie entgleiten mir.

Ich sehe nicht, was vor meinen Kindern liegt. Ob sie Schmerz, Leid oder Freude erwartet. Wahrscheinlich von jedem ein bisschen. Ich kann es nicht steuern, muss loslassen, muss Wunden geschehen lassen, muss warten. Sie ihrer Wege ziehen lassen. Der Nebel liegt tief.

Erst, wenn sie den Weg nach Hause gefunden haben, egal, wie lange es dauert, dann kann ich sie in die Arme nehmen, sie beglückwünschen oder trösten. Vielleicht auch beides auf einmal. Darauf freue ich mich. Darauf, dass sie sich auf uns besinnen, umkehren, um erneut zu starten.

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