Was mein Leben reicher macht …

In der Hamburger Wochenzeitung DIE ZEIT gibt es auf der Leserseite eine Rubrik „Was das Leben reicher macht“. Darin schreiben Leserinnen und Leser von kleinen Glücksmomenten des Alltags. Daraus ist ein gleichnamiger Kalender entstanden, der jährlich erscheint. Anbei findet Ihr einige Kostproben:

Die kleinen Liebeserklärungen, die unsere Tochter, 27, in Schränken, Blumentöpfen und im Kühlschrank hinterlässt, wenn sie uns am Wochenende besucht hat.
Horst und Charlotte Weinländer, Birkenfeld

Die abendlichen Treffen in der WG-Küche mit meinen Mitbewohnern und die Frage „Und was war dein Highlight des Tages?“ Das bringt uns dazu, selbst dem trübsten, langweiligsten oder miesesten Tag noch einen schönen, erinnerungswürdigen Moment abzugewinnen und ihn zu teilen. Erstaunlich, dass doch nicht alle schlechten Tage komplett schlecht sind!
Martin Jahn, Flensburg

Im IC hinter mir eine türkische Mutter mit Kleinkind, das seit zwei Stunden quengelt und schreit, obwohl sich die Mutter alle Mühe gibt, es zu beruhigen. Alle sind langsam genervt, die Köpfe drehen sich. Schließlich eine ältere Dame: „Setzen Sie sich her, ich singe der Kleinen etwas vor.“ Sie singt leise einige alte Kinderlieder wie Hänschen klein. So schön, dass ich selbst ganz ruhig werde. Nach fünf Minuten ist das Kind eingeschlafen und schläft die restlichen zwei Stunden durch.
Anne Okolowitz, Radolfzell

Nach zwei Jahren Vorsprechen mit vielen Enttäuschungen, meinen Traum leben zu dürfen: das Studium an der Schauspielschule! Ein unbezahlbares Gefühl, das zu machen, was einen erfüllt!
Silvan Frick, Zürich, Schweiz

Ich fahre in den Polder, um mit dem Hund spazieren zu gehen. Unangeschnallt – was in den Niederlanden 90 Euro Strafe kostet. Im Rückspiegel erscheint plötzlich „Stop – Politie“. Es gelingt mir nicht mehr den Gurt anzulegen. Der Polizist kommt auf mich zu. „Sie wissen, warum ich Sie angehalten habe?“ Dann sieht er den Hund auf dem Rücksitz. „Wir wollen es dieses Mal bei einer Verwarnung belassen – wäre schade um das Hundefutter, das man von der Geldbuße hätte kaufen können“.
Birgit Simonis-Verstoep, Boskoop, Niederlande

Mit meinen 78 Jahren habe ich mich noch einmal ans Kochen gewagt, nachdem meine Frau nicht mehr so kann. Und letzte Woche wollte ich es wissen: Ich buk meinen ersten Kuchen. Später kam mein Sohn zum Kaffee vorbei. Natürlich war ich gespannt auf sein Urteil. Nachdem er ungefähr ein Viertel meines Werkes verspeist hatte, meinte er nur: „Vater, ich komme nächste Woche wieder.“
Erwin Wald, Veitshöchheim

Am frühen Abend auf der belebten Frankfurter Einkaufsstraße Zeil: Juchzend kickt mein zweijähriger Sohn einen Luftballon herum. Und egal ob gestresste Banker, gelangweilt dreinblickende Teenager oder türkische Großmütter – alle bleiben für einen Moment stehen, um ihm den Ballon zurückzustupsen, und gehen danach schmunzelnd weiter.
Peter Matz, Alsbach-Hähnlein, Hessen

 

2 Gedanken zu “Was mein Leben reicher macht …

  1. ama schreibt:

    superschöner beitrag!! und das bild liebe ich!
    schade, dass es oben so beschnitten ist, dass man nicht nehr erkennen kann, dass josef für die sportliche ertüchtigung seinen heiligenschein abgenommen hat

    Gefällt mir

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