Schon schwanger? Noch nicht schwanger? Wieder schwanger??

Wir Frauen machen es uns aber auch wirklich nicht leicht. Schon schwanger mit 20, noch nicht schwanger mit 30, oh mein Gott – erst schwanger mit 40?!?

Warum ist das denn so ein Druck und nur so ein kleines Zeitfenster?

Ich weiß noch genau, wie ich in der Oberstufe mal meine Regel nicht pünktlich bekam. Und dass, obwohl ich die Pille seit einer gefühlten Ewigkeit gewissenhaft einnahm. Welch ein Schock und welch eine Freude, als die Regel endlich eintraf.

Kaum zehn Jahre später, mit Mitte, Ende 20, frisch verheiratet und aus den Flitterwochen zurück, setzte ich sofort die Pille ab. Das waren die härtesten Monate der Selbstbeäugung. Was vorher nicht geschehen durfte, sollte nun möglich SOFORT passieren. Jede Körperfunktion wurde kritisch beobachtet und welch ein Drama, wenn es doch wieder nicht geklappt hatte mit dem schwanger werden! So ein Stress! Warum muss es diesen perfekten Zeitpunkt geben? Warum sind wir so hart zu uns selbst? Das kann doch einfach nicht funktionieren.

Mache von uns werden erst mit Anfang 40 schwanger. Die schiefen Blicke, die sie ernten, stammen meist aus unseren eigenen Reihen.

Und dann gibt es so einige unter uns, die an ihrem Frausein verzweifeln, die sich ohne Kinder nur unter schwierigsten Umständen als vollwertige Frau fühlen, die das Trauma, ja Stigma der Unfruchtbarkeit leben.

Das ist eine wirklich schwierige Situation und damit ist nicht zu spaßen.
Auch hier herrscht Stress vor. Überall Selbsterfüllungsdruck.

Schade.

 

3 Gedanken zu “Schon schwanger? Noch nicht schwanger? Wieder schwanger??

  1. fraggle schreibt:

    So weit ich das als Mann beurteilen kann, habe ich den Eindruck, dass Frauen es der Gesellschaft als solche ohnehin in dieser Frage nicht recht machen können. Hat eine Frau mit 40 noch keine Kinder – möglicherweise sogar aus eigenem Entschluss heraus – muss bei ihr etwas nicht stimmen. Hat sie dagegen vier oder mehr Kinder, stimmt bei ihr etwas ganz anderes nicht.

    Und wenn die Kinder dann da sind, geht es weiter: Frauen, die recht schnell wieder einer Erwerbstätigkeit nachgehen, sind Rabenmütter. Frauen, die sich gegen die Erwerbstätigkeit und für die Kindererziehung entscheiden, sind asozial.

    Aus meinem Blickwinkel ergibt sich: Wenn man weiß, dass man es sowieso nicht allen Menschen recht machen kann, dann kann man die ganze Angelegenheit auch entspannt betrachten. 😉

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  2. kleenesbuntewelt schreibt:

    Hallo,
    das Thema kommt mir leider auf ähnliche Art und Weise bekannt vor. Mit 23 war ich „schon verlobt“, wobei manch einer glaubte, ich müsste ja jetzt schwanger sein, denn sonst würde ich ja nicht jetzt schon heiraten wollen. Mit 24 war ich dann „schon verheiratet“ und jeder musste einsehen, dass ich definitiv nicht heirate weil ich schwanger war, denn ich hatte immer noch keinen Kugelbauch. Jetzt mit 26 bin ich „noch nicht schwanger“, denn ich bin ja schließlich verheiratet und wenn es nach der Gesellschaft geht sollte doch bitte ca.6-12 Monate nach der Hochzeit eine Schwangerschaft verkündet werden. Wir feiern nächste Woche unseren 2. Hochzeitstag und wenn es nach „den anderen Menschen“ in meiner Umgebung geht hätte ich inzwischen schon eine ganze Fußballmannschaft an Kinder – so oft wie mir schon nachgesagt wurde ich wäre schwanger. Die meisten denken gar nicht darüber nach, dass es jedem selbst überlassen sein sollte ob und wenn ja wann er bzw sie Kinder bekommen möchte. Leider hat die Gesellschaft ihre eigenen Regeln was den „richtigen“ Zeitpunkt und die „richtige“ Anzahl an Kindern betrifft.
    Liebe Grüße

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