Selfshaming

Kurz vor Schulschluss noch schnell zum Metzger meines Vertrauens geeilt. Wollte zwei Leberkässemmeln kaufen und die Kinder nach der Schule damit überraschen. Vor dem Metzger lungerte der Bettler herum, der hier in der Gegend recht bekannt ist. Entweder trifft man ihn hier, oder er steht vor dem Supermarkt.

Na ja, so aus den Augenwinkeln heraus habe ich ihn halt wahr genommen, eilte an ihm vorbei und betrat den Metzger.
Es braucht tatsächlich nicht viel, um mich, Superwoman, wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen und mir meine Grenzen aufzuzeigen, aber genau das geschah, als ich mich wartend umdrehte.

Hinter mir stand ein ausländisch wirkender Angestellter, der den Bettler bei sich hatte, auf die Verkaufstheke zeigte und ihn aufforderte sich etwas zum Mittagessen zu bestellen. Boah, das war der Moment, in dem sich mein Supercape in Asche auflöste, ich betreten zu Boden blickte und mich schämte. Auf diesen Gedanken war ich noch gar nicht gekommen. Aber hier stand eine ausländische Fachkraft und zeigt mir deutlich wie man es hält mit der Menschlichkeit, wie man St. Martin und den Samariter gleichzeitig in sein Herz und Leben treten lässt, statt es nur ständig den eigenen Kinder zu predigen.

Ich konnte den Beiden kaum in die Augen schauen, bezahlte und bewegte diese Erfahrung tief in meinem Herzen.

Ein Gedanke zu “Selfshaming

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s