O trübe diese Tage nicht

O trübe diese Tage nicht,
Sie sind der letzte Sonnenschein,
Wie lange, und es lischt das Licht
Und unser Winter bricht herein.

Dies ist die Zeit, wo jeder Tag
Viel Tage gilt in seinem Wert,
Weil man’s nicht mehr erhoffen mag,
Dass so die Stunde wiederkehrt.

Die Flut des Lebens ist dahin,
Es ebbt in seinem Stolz und Reiz,
Und sieh, es schleicht in unsern Sinn
Ein banger, nie gekannter Geiz;

Ein süßer Geiz, der Stunden zählt
Und jede prüft auf ihren Glanz –
O sorge, dass uns keine fehlt,
Und gönn‘ uns jede Stunde ganz.

Leistungsdruck?!

„Jetzt mach aber mal voran!“ – einer meiner Lieblingssprüche als Mutter. Anzuwenden auf fast jeden Lebensbereich, ob beim Anziehen, Frühstücken oder bei den Hausaufgaben. Passt eigentlich immer.

Man könnte den Bereich auch ausdehnen auf das eigene Tun und Schaffen: Jetzt mach ich halt noch schnell die Sitzungsvorbereitung. Ich erledige nur noch schnell den wichtigen Anruf. – Gemäß dem Lied von Tim Bendzko (Nur noch schnell die Welt retten).

Tja, und wer kennt nicht den Druck unter dem unsere armen Viertklässler der örtlichen bayerischen Grundschule stehen? „Schaffe ich den Übertritt?“ „Was kommt wohl nach der Grundschule?“ „Reichen meine Noten aus?“ Die Lehrerin unserer Viertklässler verteilte zu Schuljahresbeginn Zettel, auf denen die Kinder ihre Wünsche fürs Schuljahr notieren können.

Dort kann man nachlesen, was unsere Klasse so antreibt. Ich war ein wenig schockiert, als ich die Zettel am Elternabend lesen durfte: Auf wirklich jedem Zettel war der Wunsch nach dem Übertritt, nach besseren Noten und anerkennendem Verhalten zu lesen – nur auf einem nicht. Mein Sohn schlug mal wieder aus der Reihe:

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Leistungsdruck? Nicht in unserem Haus.

Alltagsmüdigkeit

Wie kann man nur nicht schlafen können? Obwohl mir mein Schrittzähler bereits gegen Mittag anzeigt, dass ich mein Soll von 10.000 Schritten heute wieder spielend erreicht haben werde, komme ich vor wie ein Faultier. Ohne Probleme falle ich auf die Couch, greife ein Buch und binnen Sekunden finde ich mich in einer anderen Dimension wieder.

Ich liege am Strand, höre Meer, spüre Sonne. Keinem muss ich hinterher springen, keiner will, ich darf …

Meist schrecke ich von irgendeinem Geräusch wieder auf. Habe ich die Wäsche aufgehängt? Wann kommen die Kinder? Was gibt es zu Mittag? Wird heute nicht die Papiertonne geleert? Wer klopft? Nie schenkt mir das Wohnzimmer dazu eine Antwort. Mist.

In meinem knusprigen Hirn rattern die Räder, auch wenn das Schmieröl fehlt. Dazu diese kalt nasse Herbststimmung. Alles alte verabschiedet sich, wird nicht mehr gebraucht, kann weg. Wann ist das bei mir so weit? Huch, nein, sooo alt und unbrauchbar empfinde ich mich nun auch wider nicht. Aber wohin fließt all meine Energie? Verwende ich sie für die richtigen Dinge? Ja, mei …

Es läutet. Sohn No vier steht begeistert vor der Tür: „Mami, schau mal! Ist dieses Herbstblatt nicht wunderschön?“

Sind wir die Resterampe?

Mein Sohn fragte mich neulich: „Mami, warum nur sind alle anderen Familien so glücklich miteinander? Die passen immer so gut zueinander. Nur wir streiten so oft. Ich glaub wir sind die Resterampe.“

NEIN! Ein ganz vehementes Nein entgegnete ich ihm. Wir sind bestimmt nicht perfekt, aber wir reden miteinander. Wir klären Ungereimtheiten und das durchaus auch mal im Streit. Aber im Großen und Ganzen achten, brauchen und lieben wir einander. Das ist in allen Familien so. Einzig bei den Familien, die so tun, als ob sie perfekt seien, bei denen musst Du besonders aufpassen. Da liegt meist ein fetter Hund begraben, denn eines kannst Du mir glauben: Jede Familie birgt ihre Geheimnisse, trägt ihre Lasten (warum nur sonst gibt es so viele Bücher über Familie?).

Wir haben uns zusammen gesetzt und folgende Familienregeln für uns festgehalten, nach denen wir zu leben versuchen:

 

Halte Deine Versprechen

Teile

Denk erst an andere, dann an Dich selber

Sag: Ich liebe Dich

Hör auf Deine Eltern

Tu Dein Bestes

Sag Bitte und Danke

Sag immer die Wahrheit

Lach über Dich selber

Oft Umarmen

Rede freundlich

Liebt einander!

 

Elternfortbildung mal anders, oh jeah!

Pah, gefühlt ein Klacks, der erste Schultag mit vier Burschen. In Herrgotts Früh wieder Brote schmieren, Gemüse schnippeln, Taschen bepacken und Schuhe suchen. Kinderspiel.

Dieses Jahr wird alles anders. Zum Abschluss des ersten Schultages war ich mal gepflegt beim Rockkonzert der Stones. Ok, alles alte Opis (tatsächlich im Jahr meines Vaters geboren), dennoch kann sich zumindest mein Vater eine Scheibe von ihnen abschneiden – von meinem Schwiegervater ganz zu schweigen … aber das ist eine andere Geschichte.

No Filter – Name der Show und ganz Programm. Eine MEGA-Bühnenshow – und ich bin jetzt nicht jede Woche auf einem Rockkonzert, aber das hier, das hat mich doch vom Hocker gehauen. Wir waren hautnah dran und konnten Micks Falten zählen (also theoretisch, wenn er denn nur eine Sekunde mal still gestanden wäre).

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Meiner Überzeugung nach handelt es sich bei den Herren alles um ADHSler der feinsten Sorte. Die haben aus ihrer Konzentrationsschwäche und dem Nervenflattern halt ein lukratives Geschäft entwickelt. Das muss ich unserem Sohn No. Zwei erzählen. Vielleicht kann ich den Abend ja dann doch als Elternfortbildung der anderen Art verkaufen? Auf jeden Fall fällt mir das Brötchenschmieren heute nicht schwer, denn durch den Tinitus im Ohr höre ich meine Kinder nicht und kann seelenruhig in meiner „sympathy for the devil“-Welt vor mich hin schmieren … Schee wars!

Bildquelle: ein Freund

Stress lass nach

Puh! Ferien fast geschafft. Wenn ich ehrlich bin ist das die schönste Zeit im Jahr: Sommerwärme, Friede in der Familie und kein Terminstress. Ich halte es da mit Harald Juhnke: „Wie sieht für Sie ein perfekter Tag aus, Herr Juhnke?“ „Also, mittags einen im Tee und nachmittags keine Termine.“ Wie recht der Mann hat (von seinem Alkoholproblem mal abgesehen)!

Denn jetzt geht es wieder los: frühes Aufstehen, Brote schmieden, raus in die Kälte/ den Regen/ den Schnee; durch den Tag von Termin zu Termin stolpern, ständig zu spät und gefühlt nie richtig sein. Warum nur fühle ich mich so fremdgesteuert? Ach ja, ich vergas, ich habe vier Kinder …

Der Graus der ersten Schulwochen? – Elternabende. Elternabende, an denen einem berichtet wird, dass es wirklich nicht schwer wird für die Kleinen alles ganz einfach starte und die Zusatzaufgaben freiwillig zu bearbeiten sind, Du dann aber das ganze Wochenende Dein Kind triezt, weil es die Aufgaben mal wieder nicht fertiggestellt hat und dies auf Weisung der Lehrerin am Montag jedoch abzuliefern sind. Ich freu mich schon so richtig auf diesen Druck. Immer Vollgas!

Und dann werden noch Elternsprecher gewählt. Würg. Meine Strategie? Ich komme im dreckigen Outfit zu spät, setze mich plappernd in die letzte Reihe und versuche noch alles nachzuschreiben was besprochen wurde. So bekommst Du ganz sicher keinen Posten.

Stress lass nach.

Unser größtes Geschenk?

Freiheit!
Wir können in diesem unserem Land so ziemlich vieles tun und lassen, was wir wollen – und das in einem der besten Schonräume Europas.  Wir verfügen über einen hohen Sicherheitsstandard (man wird nicht unwillkürlich im Kino erschossen), man kann möglichst gleichberechtigt arbeiten und leben gehen.

Wir können uns selbst verwirklichen, auf Autos verzichten, Alkohol trinken oder nicht, der Religion frönen, Kinder bekommen oder uns gegen eine Elternschaft entscheiden. Das haben wir Bürger uns hier so ganz gut eingerichtet. Wer daran etwas ändern möchte, kann das jederzeit tun und seine Meinung dazu uneingeschränkt kundtun. Davon lebt schließlich unsere Demokratie.

Wenn ich mich auf der Welt einmal so umblicke, dann bin ich froh hier in Deutschland leben zu können: keine regelmäßig brennenden Vororte (ok, der G7-Gipfel war ein Ausrutscher),  kein Exit aus der EU, kein reglementiertes Internet, kein zensiertes Fernsehen, kein Kim Jong Un, kein Trump, kein Erdogan (also nicht ständig), kein Assad.

Dafür Trennung von Staat und Kirche, Sozialversicherung, Mieterschutz, Kündigungsschutz, Hartz IV, gute Schulen (na ja, an der Einrichtung arbeiten wir noch) und viele andere Annehmlichkeiten. Wie gesagt, wer unzufrieden ist, daran etwas ändern möchte, nur zu!

Das einzige, was wir als Bürger dieses Landes tun sollte, gerade, wenn ich unzufrieden bin und erst recht, wenn ich mich hier sau wohl fühle –

GEH WÄHLEN. Am 24. September 2017

Denn wer seine Klappe hält, scheint zufrieden zu sein, der lässt sich mitregieren.

Falls Du noch nicht weißt, welche Partei Deine Interessen (am ehesten) vertritt, probier den Wahl-O-Mat aus.
Hier noch einer von RTL und RTL II: Wahl-Navi

Alle weitern Informationen zur Bundestagswahl 2017 von Seiten der Bundesregierung findet Ihr hier.

Coole Geschichte zur Entstehung der Deutschlandfahne für Kinder bei der Sendung mit der Maus!

Fährst Du noch oder was?!

Wir haben uns letztes Jahr ein Auto gekauft. Einen Diesel (rotter, rotter). Na super. Wie lange wir den denn nun fahren werden? Laut Berichten sind ja so viele alte Autos auf den Straßen unterwegs, deren Rußfilter bestimmt auch schon löchrig sind, da ist unsere nigelnagelneue Karre doch tausend Mal besser ausgestattet.

Schallend gelacht habe ich auch neulich beim Lesen eines Facebook-Berichts über die Tatsache, dass am Arbeitsplatz (in geschlossenen Räumen) die Feinstaubbelastung um ein Vielfaches höher ist, als an der Straßenecke am Ring. Darüber hinaus gibt es unterschiedliche Messtechniken für die Messungen am Arbeitsplatz und eben umme Ecke. Da unterscheiden sich die zulässigen Belastungswerte ganz enorm. Klar, Bedenken gibt es ja eben nicht wegen der gesunden (bänderverschlissenen) Jogger, sondern wegen den schwächsten Mitgliedern unserer Gesellschaft. Dagegen wirft ein Lungenarzt jetzt wieder ein, dass einige seiner Patienten an Tagen, an denen vor zu großer Feinstaubbelastung gewarnt wird, ihre Termine abgesagt haben, aus Angst vor krebsauslösender Partikel und so ihre Therapien nicht fortsetzen, was wesentlich schädlicher ist als ein Marsch durch die saure Luft.

Typisch Mensch finde ich übrigens die Art der Hetze. Am Stammtisch kann ich kaum mehr sagen, dass ich mit dem Diesel (rotter, rotter) da bin und immer noch Raucher bin. Damit schnellt mein persönlicher Feinstaub-Ausstoß ja ins Unermessliche, passt sich aber meinem C02-Ausstoß an.

Ach ne, Fahrradfahrer stehen seit neuestem ganz weit oben auf der Abschussliste: Durch den Gummiabrieb ihrer Räder verpesten sie die Luft wesentlich mehr, als ich mit meinem Diesel (rotter, rotter).

Also werde ich rauchend mit dem Radl zum nächsten Stammtisch fahren, um ein paar Acylamid-Pommes zu essen. Es lebe die Gesundheit!

Bildquelle: Umwelt Bußgeldkatalog 2017

Starke Frauen denken auch so …

Diese meine Lieblingszitate berühmter Frauen sind mir im Urlaub über den Weg gelaufen:

Ich werde eine Autokratin sein. Das ist mein Beruf.
Und Gott wird mir verzeihen. Das ist sein Beruf.
Katharina die Große

Sobald sie lesen gelernt hat,
gibt es nur noch eines,
an das zu glauben man sie lehren kann,
und das ist sie selbst.
Virginia Woolf

Es kann sein, dass ich meine Ziele nie erreichen werde,
aber ich kann sie schauen, mich an ihnen erfreuen
und sehen, wohin sie mich führen.
Louisa M. Alcott

Ich bin stolz auf die Falten.
Sie sind das Leben in meinem Gesicht.
Brigitte Bardot

Im Sammelband noch viel mehr Zitate:
Kluge Gedanken für kluge Frauen, Elisabeth Sandmann