Yoga und ich

„Ohm, verneigt Euch vor Mutter Erde. Die Assoziation ist (immer): Liebe das Leben, ich nehme die Aufgaben an, die sich mir stellen. Ich liebe meinen Körper so, wie ich bin. Vater Sonne und Mutter Erde. Auf dass alle Lebewesen hier in Frieden und Eintracht leben können.“ Lächelnd verneigt sich unsere Yogalehrerin, um schließlich wieder in aufrechter Position ihre Hände vor dem Herzchakra zu vereinen.

Ich meine, ich gehe gerne ins Yoga, in „mein“ Yoga, zu „meiner“ Yogalehrerin, aber das hier ist etwas völlig Ver- und Entrücktes. Zu Beginn der Stunde werden wir unserem Geburtsdatum entsprechend in lunare und solare Atemtypen eingeteilt. Oh my god! Bei der anschließenden Atemübung schlafen meine Beine im Schneidersitz ein, so dass die sehr langsamen Sonnengrüße (wobei die einzelnen Positionen wiederum zu kurz gehalten wurden) endlich eine Yogastunde erahnen lassen. „Spürt die Euch umgebende Energie!“, säuselt sie. Die Energie um mich verdichtet sich zu Gewitterwolken.

So, das war es auch schon wieder. Nach den Sonnengrüßen heißt es hinlegen und nachspüren. Jetzt bin ich doch gerade erst warm geworden!! Eigentlich kommen jetzt die Standübungen (Krieger, Dreieck und so weiter). Hier ist nicht daran zu denken. Wir schaukeln auf dem Boden unser Becken aus, um anschließend die Heuschrecke und den Bogen durchzuführen.

Die Lehrerin ergießt sich in Beschreibungen der Asanas und deren mentale Wirkung auf uns. Bei mir verkrampft sich zusehens meine mentale Verfassung: „Wenn sie noch einmal Sonne, Liebe oder meine Herzoffenheit erwähnt, schmeiße ich ihr den Klotz ans Hirn!“, so durchfährt es mich. Vorteil beim Yoga: Immer wieder ein tiefes Durchatmen, das meine Gedanken entkrampft.

Die Stunde endet recht plötzlich, geschwitzt habe ich nur während des Versuches meine Tötungsabsichten zu verbergen. Die letzten Worte der Lehrerin: „Jeder Gedanke kommt einfach aus dem Nichts, wir sind nicht unsere Gedanken, wir glauben nur sie zu sein.“ Na, wenn sie wüsste. Ich rolle meine Matte zusammen und verlasse schmunzelnd den Yogaraum. Na, immerhin.

Wunderbares Yoga bieten in München:
Tivoli-Yoga
Patrick Broome
Yoga-Rertreats

Im Münchner Umland finden sich einige wunderbare Hotels mit Yoga-Workshops:
Schloss Elmau
Das Kranzbach
Posthotel Achenkirch

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