Sisyphos

Ich schreite weiter. Die Last auf den Schultern.
Der Kopf ist hohl und so schwer.
Die Glieder schmerzen. Jeder Atemzug ist eine Qual.

Warum mache ich das alles hier? Wie bin ich hier gelandet?
Warum wollen die das alles von mir?
Es ist so schwer.
Wie eine dicke Wulst schlingen sich Erwartungen, Wünsche und Verlangen um mich.
Es ekelt mich an! Ich strecke und winde mich, versuche zu entkommen.

Laokoon, ich bin bei Dir!

Unbeeindruckt, unverrückbar gleiten sie schlangengleich wieder um mich, diese zu tuenden Taten für andere. Langsam, ganz langsam drohen sie mich zu ersticken. Das Moor der Traurigkeiten kommt mir in den Sinn. Resignieren?

Es ist zu schwer. Ich lasse los, wehre mich nicht mehr. Habe keine Kraft dafür. Gehe unter und beginne von vorne, bis die Zermalmung mich endgültig begräbt.

 

Anmerkung der Autorin:
Mir geht es gut. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit dem Burnout-Syndrom, das in meinem Freundeskreis (erstaunlicher Weise bisher nur bei den working mums die Runde macht).

Bildquelle: www.mhpp.de 

Ein Gedanke zu “Sisyphos

  1. ama schreibt:

    die ‚working mums‘ bekommen auch gesellschaftlich/politisch nicht die notwendige unterstützung… – manchmal auch nicht von den eigenen männern.
    danke für deinen nachsatz!!!

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