Schreckliche Fastenzeit

Wir sitzen im Auto, also die Kinder und ich: „Mami, was ist Fasten?“ „Mmh, also wenn man auf etwas eine Zeit lang verzichtet, dass man sonst sehr gerne hat. Das tut meistens dem Körper oder aber dem Geist ganz gut. Ich werde auf meine Weißweinschorle verzichten und darauf Euch nach 18 Uhr anzuschreien (dies ist meine Höstgefährdungszeit außer mir zu sein, wenn die übermüdeten Kinder sich gegenseitig die Köpfe einschlagen).“

Es kehrt kurze Stille ein auf der Rückbank. Wir fahren durch das regennasse München über belebte Straßenkreuzungen und schließlich an der Grundschule vorbei. No 3 meldet sich von der Rückbank: „Jetzt weiß ich es! Ich verzichte auf Hausaufgaben, die lieb‘ ich nämlich eigentlich.“ „Au fein, ich verzichte auf Spinat, Brokkoli und esse nur schreckliche Chips“, höre ich vom 11-Jährigen.

Diese Unterhaltung lockt sogar ein leichtes Schmunzeln auf das Gesicht des 13-Jähringen. Er schiebt sich einen Beats-Kopfhörer vom Ohr: „Also ich verzichte ganz auf Schule. Und meines Wissen nach ist die Fastenzeit sechs Wochen lang.“ Erstaunt über sein plötzliches Allgemeinwissen setze ich den Blinker. Von den Geschwistern ertönt Applaus und Gejohle. Also das mit dem Fasten haben sie verstanden, wenn auch noch leicht verdreht 🙂

Übrigens: Das mit der Weißweinschorle hat ganz gut geklappt – nur mein Versprechen mit dem Anschreien habe ich täglich brechen müssen, aber die nächste Fastenzeit kommt so sicher, wie das Amen in der Kirche.

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