Verschneit liegt rings die ganze Welt

Verschneit liegt rings die ganze Welt.
Ich hab nichts, was mich freuet.
Verlassen steht ein Baum im Feld,
Hat längst sein Laub verstreuet.

Der Wind nur geht bei stiller Nacht
und rüttelt an dem Baume,
Da rührt er seine Wipfel sacht
Und redet wie im Traume.

Er träumt von künftger Frühlingszeit,
Von Grün und Quellenrauschen,
Wo er im neuen Blütenkleid
Zu Gottes Lob wird rauschen.

Joseph von Eichendorff 1788-1857

Es wundert mich. Ich sehne den Schnee im Dezember herbei und genieße die Ruhe, die sich über die Straßen, Wege und Dinge legt. Ein weißer Mantel des Innehaltens, des Langsamen.

Rodeln, Schlittschuhfahren, heiße Maronis und wärmender Tee …

Und jetzt, nachdem die weiße Pracht endlich da ist, wünsche ich mir bereits ihr Vergehen. Wie wunderbar, wenn es schmilzt und die ersten zarten Spitzen Grün durch die Schneedecke brechen. Der Wiederbeginn des Lebenslaufes.

Der erste Tag mit kurzem Rock, Sandalen und keiner Jacke ist noch fern und doch zu ahnen – was ein Leben!

 

Ein Gedanke zu “Verschneit liegt rings die ganze Welt

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