ein Musäumsbesuch

Wenn es schneit, kalt ist und jetzt im Januar so herrlich trist, dann ist es Zeit für einen Musäumsbesuch. Nein, kein Tippfehler, sondern ich meine wirklich einen Musäumsbesuch.

Man geht zum Isartor, zum Kalt-Valentin-Musäum (man spricht halt eh ein „ä“, oder es hört sich so an …). Wenn man Glück hat, muss man den Eintritt von € 2,99 nicht zahlen: „Kinder im Alter von 99 Jahren in Begleitung ihrer Eltern Eintritt frei.“

Karl Valentin (1882 bis 1948), gelernter Schreiner, der seinen Beruf zu Gunsten der Bühne an den Nagel hing (dieser ist auch im Musäum zu bestaunen), der mit seinem Wortwitz die Leute mit ihrer Unzulänglichkeit bloßstellte und das Gewohnte in ein anderes, nacktes Licht rückte: „Wie gut, dass der Führer nicht ‚Kräuter‘ heißt. Sonst müssten wir ‚Heil Kräuter‘ sagen.“

valentin01.jpgLegendär sind seine vielen Zitate, auch heute noch gern gelesene Postkartenmotive:

„Fremd ist der Fremde nur in der Fremde.“
„Alle reden vom Wetter, aber keiner unternimmt was dagegen.“
„Die Zukunft war früher auch besser.“
„Mögen hätt ich schon wollen, aber dürfen habe ich mich nicht getraut.“

Befreundet mit Berthold Brecht, beeinflusste er spätere Humoristen wie Gerhard Polt, Helge Schneider und Loriot.

Sein Ende ist eher traurig: Mit 65 Jahren stirbt Karl Valentin an einem Katarrh und unterernährt. Seine feine, spitze Zunge war wohl der Zeit voraus – wie so viele Gute … „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“

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www.valentin-musaeum.de am Isartor in München

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