Was ist der Unterschied zwischen Verheiratet und Alleinerziehend?

Mit vielen Dingen des Alltags als vierfache Mutter habe ich gelernt klar zu kommen und dem Weihnachtswichtel mit seiner Stoppuhr kann ich dieses Jahr getrost zuwinken und lächelnd und entspannt die Weihnachts-Orga-Ziellinie überschreiten.

Bis heute morgen. Ich meine, es sind noch drei Tage bis Weihnachten und das heißt äußerst durchgetaktete Vormittage, bis mittags die Kinder wieder daheimsitzen und man dem Christkind nicht mehr zur Hand gehen kann. Tja, und dann das: Sohn Nr. 3 steht mit Kopfschmerzen im Bad.

„Nicht so schlimm“, rufe ich ihm zu „nach dem Frühstück geht es Dir sicher besser!“ Die Hoffnung stirbt zuletzt. Sohn Nr. 1 klagt über Bauchschmerzen. Na, ob das an der Matheprobe liegt? Mein Mann trinkt seinen Espresso, küsst mich zum Abschied und geht. Wie immer. Bei ihm dreht sich der Tag nie um, wenn jemand krank ist.

„Einen schönen Tag noch und bis heute Abend!“, ruft er mir noch zu, bevor er sich in seinen Arbeitstag stürzt und mit wichtigen Personen im Brenners lunchet, während ich Nudelsuppe kochen und Zwieback reichen werde.

Nachdem die anderen zwei auf die Straße gebracht sind, sammle ich mich um eine zweite Vormittagsstrategie auszubrüten. Verschiebe Termine, telefoniere mit Schulen, Ärzten und Kunden (ach ja, die liebe Arbeit ist mein fünftes Kind). Mäkelnd nehmen die Jungs die Medizin und ärgern sich über das Technikverbot. Keine Schule – kein Handy (oder iPad, oder PC …). Wer krank ist, oder sich so fühlt, bleibt im Bett. Da würde ich auch am liebsten wieder hin, kämpfe mich aber durch Wäsche, Müll, Einkauf, Kochen und immer wieder Medizin und Beileidsbekundungen verteilen.

Nachmittags mit den zwei gesunden Söhnen zum Vorspiel in der Musikschule, noch ein Geschenk für die Lehrerin präparieren und wieder Essen auf den Tisch stellen. Nachdem ich zur frühen Abendstunde am Küchentisch einnicke, weckt mich behutsam einer der kranken Kinder und meint: „Das war heute aber mal ein entspannter Tag daheim.“ „Ja, Schätzchen“, antworte ich „wenn du groß bist, darfst du dich in deinem Zuhause um alles kümmern. Ist nicht viel. Geht schnell von der Hand. Macht keine Mühe und erfüllt einen so angenehm.“ Verständnislos blickt er mich an und zieht sich wieder zurück.

Mein Mann kommt nach einem langen Tag im Büro nach Hause, müde, aber fröhlich, denn nun kann er sich ja entspannen – die Kinder sind längst im Bett.

Zum Tagesabschluss erhalte ich folgende WhatsApp von einer Freundin:
„Was ist der Unterschied zwischen Verheiratet und Alleinerziehend? – Der Wäscheberg.“

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