Marmeladenbrot

Ein Glas Marmelade steht noch auf dem Tisch. Rote, selbstgemachte Erdbeermarmelade. Die Marmelade schmeckt nach Sommer, Sonnenstrahlen und leisem Schwappen des Sees unter mir. Denn wenn ich ein Brot damit esse, passiert Unglaubliches.

Ich liege plötzlich auf dem kleinen Anlegesteg am Waldsee und spüre die Wärme der Nachmittagssonne auf meinem Rücken. Bald schon wird es unerträglich heiß werden und die Überwindung zur Abkühlung im dunklen Nass zieht vor meinem geistigen Auge auf.

Wenn das die einzige Herausforderung dieses Nachmittags ist, so soll es mir recht sein. Träge überlege ich, was ich als nächstes machen werde. Ein bisschen im Buch lesen (Robert Seethaler, die weiteren Aussichten), mit dem Boot rausrudern oder hier, genau hier weiterdösen.

Alles, nur nicht raus aus der Sonne. Noch weiter tanken. Für die kalte Zeit. Für jetzt, diese saukalte Zeit, in der ich gerade bei gefühlten -10 Grad Celsius durch den Park stapfe, wobei mich weder die lange Unterhose, noch Mütze, Handschuh und Stiefel wärmen. Nur der Gedanke an ein Marmeladenbrot.

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