Zynische Gedanken aus München

– Ich verstehe dies hier als künstlerische Freiheit meine Gedanken kund zu tun und zu verarbeiten. Mein Mitgefühl gilt selbstverständlich allen Opfern und deren Angehörigen –

Wir hier in München fühlen uns unheimlich wichtig, sind es aber nicht. Dieses ist eine kleine, beschauliche Stadt. Wir wollen niemanden was Böses. Warum also hier auf Leute schießen?

Da gibt es doch bessere deutsche Flecken:

Wie wäre es mit Berlin? Das ist doch die deutsche Hauptstadt. Wenn ich also uns als Volk mit einer blöden Waffe treffen will, dann knöpfe ich mir doch die Berliner Subkultur vor. Na gut, die Flughäfen werden aus Sicherheitsbedenken erst gar nicht eröffnet und ein künftiges Mahnmal wird auch schon gleich in den Bau mit eingeplant.

Aber internationaler als München wäre zum Beispiel auch Frankfurt. Wird es doch nach den Brexitbestrebungen als neuer Börsenhotspot gehandelt. Hier ließen sich sogar einige Hochhäuser sprengen.

Aber nein, das ist vielleicht zu offensichtlich. Also weiter. Düsseldorf? Wo liegt das nochmal genau?

Oder die östlichen Bundesländer (die „neuen“ Bundesländer darf man mittlerweile nicht mehr sagen, oder man gibt sein Alter sofort preis)? Da gibt halt keine Ziele internationaler Aufmerksamkeit. Die fackeln ihre Asylunterkünfte schon erfolgreich gegenseitig ab, das ist bereits ein alter Hut. Aber damit kann man sich auch im deutschen Hinterland einen Namen machen, besonders, wenn man eine politische Karriere anstrebt.

Dem Bösen an sich kommt jetzt so langsam der Gedanke, dass diese Münchner Arroganz doch ein schönes Ziel sei. Hier fühlen sich wichtige und unwichtige Leute zu Hause, hier fühlt man sein Herz schlagen, wenn man an der Isar spazieren geht, einem Theaterstück lauscht, auf ein Bier am Chinesischen Turm sitzt.

München ist so einiges, aber sicher nicht bescheiden. Die Münchner (besonders die neuen) protzen gerne, laufen laut durch die Straßen, feiern, leben, lieben … Hier also ein Statement setzen. Die IS-Erfahrung zeigt, dass man nicht immer hunderte mit in den Tod reißen muss, sondern allein ein kleiner Axtschwinger die Aufmerksamkeit erfolgreich auf sich ziehen kann. Die Botschaft dahinter: „Wir bekommen Euch, egal wo Ihr seid.“

Diese Typen, die ihr Leben nicht im Griff haben, sich eine erfolgreichere Exitstrategie als England suchen, dabei andere in ihren Schmerz mit einbeziehen und sich dann noch diesen blöden IS-Aufkleber auf die Stirn heften, können mir den Buckel runterrutschen.

Wir feiern trotzdem heute Abend! Basta.

Ein Hoch auf den Pressesprecher der Münchner Polizei!

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