Sommerhitze

 

Zur Erinnerung: Vier Söhne und ein Mann sind meine ständigen Begleiter.

Es ist heiß. Ich sitze nachmittags um drei Uhr, also wenn die brütende Hitze ihren Höhepunkt erreicht hat, vor meinem PC und versuche unseren Sommerurlaub zu buchen. Es ist nicht leicht sich einen Ort vorzustellen, an dem es noch heißer und dennoch alles vorhanden ist, als unsere Wohnung. Nun gut: Die einen wollen nach Italien „Wo es gaaanz viel Eis gibt!“ (No 4, 5 Jahre alt). War das nicht eigentlich der Nordpol?! Die anderen wünschen sich viel Action, also Wellenreiten, Fahrradtouren, Fußballspiele, Kanufahren und was das Jungsherz noch höher schlagen lässt (No 1 und 3, 11 und 7 Jahre alt). Mein Mann mag nur auf einen Berg, am liebsten steil, schwierig und so richtig schweißtreibend. Das scheint eine komplizierte Urlaubsstrecke zu werden. Im Geiste sehe ich mich am Steuer unseres Autos Richtung Italien düsen. Auf dem Weg dorthin setzen wir meinen Mann in den Alpen aus. Weiter geht es zur nächsten Eisdiele hinter dem Gardasee. Die Jungs drängen mich vorwärts an einen Strand bei Pisa – der Turm neigt sich ebenso, wie meine Bereitschaft bei dieser Hitze nochmal ins Auto zu steigen. Gerade als ein Hai droht unsere Söhne von ihren Surfboards zu holen, spaziert mein Mann über den Strand auf uns zu: „War doch nicht schwierig, die Alpenüberquerung.“ – Schweißgebadet wache ich aus meinem Tagtraum am Computer auf. Theodor, unser zweiter Sohn (9 Jahre alt) steht neben mir und sagt: „Mami, ich mag in den Urlaub da hin, wo es Dir am besten gefällt.“ Sehr gerührt schließe ich ihn in die Arme und überlege, was das für mich bedeutet. Mein perfekter Urlaub besteht aus einer Mischung zwischen Lesen, Schwimmen, gutem Essen und meiner Ruhe – wo ich diese finde ist mir letztlich egal. Und da dämmert mir unser Urlaubsort. Denn wir bleiben dieses Jahr genau da, wo wir sind: zu Hause. Hier gibt es genug Platz im Freibad und auf den Bolzplätzen, im Hochseilgarten und am Baggersee. Jeden Tag radeln wir zu einer anderen Eisdiele und testen Eis, was das Zeug hält. Und mein Mann bekommt eine Saisonkarte für die BOB (Bayerische Oberlandbahn).

Veröffentlicht im Rundbrief 2015

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