Allegra

Auf ganz unmissverständliche Weise hatte sie ihm klar gemacht, dass es aus sei. Jetzt schwang sie die Beine über den Bettrand und ließ ihren Blick durchs Zimmer schweifen. Sie würde nichts vermissen, weder seine Elvisplatten (ewiges Gefühlsgedusel) noch seine literarisch hochtrabenden Romane. Sie stützte den Kopf auf die Arme. In zwei Stunden beim Shooting und die Fotos am besten schon entwickelt dabei… Noch genug Zeit für Dusche und Milchcafe. Sie stand auf, er drehte sich im Bett um, machte keine Anstalten zu gehen. „Verdammte Scheiße. Wenn er nachher immer noch da ist, zieh ich den Revolver“. Von dem Gedanken erschreckt und belustigt zog sie unter die Dusche. Dieser Ort schenkte ihr Geborgenheit, nackt, die Realität des eigenen Daseins unter dem Wasserstrahl spürend, fand sie hier die nötige Ruhe, um die Szenen für das heutige Shooting zu entwerfen. „Schnellimbiss ­- eine ganz natürliche Sache“, diesen Slogan geldbringend umsetzten. „Mit viel Frauen, alle schlank und schön.“ Den Auftraggebern wird nie was anderes einfallen. Sind halt auch nur Gefangene der Urtriebe. Essen und Sex. Wenn’s hilft? Sie schulterte die Fototasche und verlies das Haus. Es würde ein guter Tag werden.

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