Alltagsmüdigkeit

Wie kann man nur nicht schlafen können? Obwohl mir mein Schrittzähler bereits gegen Mittag anzeigt, dass ich mein Soll von 10.000 Schritten heute wieder spielend erreicht haben werde, komme ich vor wie ein Faultier. Ohne Probleme falle ich auf die Couch, greife ein Buch und binnen Sekunden finde ich mich in einer anderen Dimension wieder.

Ich liege am Strand, höre Meer, spüre Sonne. Keinem muss ich hinterher springen, keiner will, ich darf …

Meist schrecke ich von irgendeinem Geräusch wieder auf. Habe ich die Wäsche aufgehängt? Wann kommen die Kinder? Was gibt es zu Mittag? Wird heute nicht die Papiertonne geleert? Wer klopft? Nie schenkt mir das Wohnzimmer dazu eine Antwort. Mist.

In meinem knusprigen Hirn rattern die Räder, auch wenn das Schmieröl fehlt. Dazu diese kalt nasse Herbststimmung. Alles alte verabschiedet sich, wird nicht mehr gebraucht, kann weg. Wann ist das bei mir so weit? Huch, nein, sooo alt und unbrauchbar empfinde ich mich nun auch wider nicht. Aber wohin fließt all meine Energie? Verwende ich sie für die richtigen Dinge? Ja, mei …

Es läutet. Sohn No vier steht begeistert vor der Tür: „Mami, schau mal! Ist dieses Herbstblatt nicht wunderschön?“

Sind wir die Resterampe?

Mein Sohn fragte mich neulich: „Mami, warum nur sind alle anderen Familien so glücklich miteinander? Die passen immer so gut zueinander. Nur wir streiten so oft. Ich glaub wir sind die Resterampe.“

NEIN! Ein ganz vehementes Nein entgegnete ich ihm. Wir sind bestimmt nicht perfekt, aber wir reden miteinander. Wir klären Ungereimtheiten und das durchaus auch mal im Streit. Aber im Großen und Ganzen achten, brauchen und lieben wir einander. Das ist in allen Familien so. Einzig bei den Familien, die so tun, als ob sie perfekt seien, bei denen musst Du besonders aufpassen. Da liegt meist ein fetter Hund begraben, denn eines kannst Du mir glauben: Jede Familie birgt ihre Geheimnisse, trägt ihre Lasten (warum nur sonst gibt es so viele Bücher über Familie?).

Wir haben uns zusammen gesetzt und folgende Familienregeln für uns festgehalten, nach denen wir zu leben versuchen:

 

Halte Deine Versprechen

Teile

Denk erst an andere, dann an Dich selber

Sag: Ich liebe Dich

Hör auf Deine Eltern

Tu Dein Bestes

Sag Bitte und Danke

Sag immer die Wahrheit

Lach über Dich selber

Oft Umarmen

Rede freundlich

Liebt einander!

 

Elternfortbildung mal anders, oh jeah!

Pah, gefühlt ein Klacks, der erste Schultag mit vier Burschen. In Herrgotts Früh wieder Brote schmieren, Gemüse schnippeln, Taschen bepacken und Schuhe suchen. Kinderspiel.

Dieses Jahr wird alles anders. Zum Abschluss des ersten Schultages war ich mal gepflegt beim Rockkonzert der Stones. Ok, alles alte Opis (tatsächlich im Jahr meines Vaters geboren), dennoch kann sich zumindest mein Vater eine Scheibe von ihnen abschneiden – von meinem Schwiegervater ganz zu schweigen … aber das ist eine andere Geschichte.

No Filter – Name der Show und ganz Programm. Eine MEGA-Bühnenshow – und ich bin jetzt nicht jede Woche auf einem Rockkonzert, aber das hier, das hat mich doch vom Hocker gehauen. Wir waren hautnah dran und konnten Micks Falten zählen (also theoretisch, wenn er denn nur eine Sekunde mal still gestanden wäre).

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Meiner Überzeugung nach handelt es sich bei den Herren alles um ADHSler der feinsten Sorte. Die haben aus ihrer Konzentrationsschwäche und dem Nervenflattern halt ein lukratives Geschäft entwickelt. Das muss ich unserem Sohn No. Zwei erzählen. Vielleicht kann ich den Abend ja dann doch als Elternfortbildung der anderen Art verkaufen? Auf jeden Fall fällt mir das Brötchenschmieren heute nicht schwer, denn durch den Tinitus im Ohr höre ich meine Kinder nicht und kann seelenruhig in meiner „sympathy for the devil“-Welt vor mich hin schmieren … Schee wars!

Bildquelle: ein Freund

Stress lass nach

Puh! Ferien fast geschafft. Wenn ich ehrlich bin ist das die schönste Zeit im Jahr: Sommerwärme, Friede in der Familie und kein Terminstress. Ich halte es da mit Harald Juhnke: „Wie sieht für Sie ein perfekter Tag aus, Herr Juhnke?“ „Also, mittags einen im Tee und nachmittags keine Termine.“ Wie recht der Mann hat (von seinem Alkoholproblem mal abgesehen)!

Denn jetzt geht es wieder los: frühes Aufstehen, Brote schmieden, raus in die Kälte/ den Regen/ den Schnee; durch den Tag von Termin zu Termin stolpern, ständig zu spät und gefühlt nie richtig sein. Warum nur fühle ich mich so fremdgesteuert? Ach ja, ich vergas, ich habe vier Kinder …

Der Graus der ersten Schulwochen? – Elternabende. Elternabende, an denen einem berichtet wird, dass es wirklich nicht schwer wird für die Kleinen alles ganz einfach starte und die Zusatzaufgaben freiwillig zu bearbeiten sind, Du dann aber das ganze Wochenende Dein Kind triezt, weil es die Aufgaben mal wieder nicht fertiggestellt hat und dies auf Weisung der Lehrerin am Montag jedoch abzuliefern sind. Ich freu mich schon so richtig auf diesen Druck. Immer Vollgas!

Und dann werden noch Elternsprecher gewählt. Würg. Meine Strategie? Ich komme im dreckigen Outfit zu spät, setze mich plappernd in die letzte Reihe und versuche noch alles nachzuschreiben was besprochen wurde. So bekommst Du ganz sicher keinen Posten.

Stress lass nach.

Unser größtes Geschenk?

Freiheit!
Wir können in diesem unserem Land so ziemlich vieles tun und lassen, was wir wollen – und das in einem der besten Schonräume Europas.  Wir verfügen über einen hohen Sicherheitsstandard (man wird nicht unwillkürlich im Kino erschossen), man kann möglichst gleichberechtigt arbeiten und leben gehen.

Wir können uns selbst verwirklichen, auf Autos verzichten, Alkohol trinken oder nicht, der Religion frönen, Kinder bekommen oder uns gegen eine Elternschaft entscheiden. Das haben wir Bürger uns hier so ganz gut eingerichtet. Wer daran etwas ändern möchte, kann das jederzeit tun und seine Meinung dazu uneingeschränkt kundtun. Davon lebt schließlich unsere Demokratie.

Wenn ich mich auf der Welt einmal so umblicke, dann bin ich froh hier in Deutschland leben zu können: keine regelmäßig brennenden Vororte (ok, der G7-Gipfel war ein Ausrutscher),  kein Exit aus der EU, kein reglementiertes Internet, kein zensiertes Fernsehen, kein Kim Jong Un, kein Trump, kein Erdogan (also nicht ständig), kein Assad.

Dafür Trennung von Staat und Kirche, Sozialversicherung, Mieterschutz, Kündigungsschutz, Hartz IV, gute Schulen (na ja, an der Einrichtung arbeiten wir noch) und viele andere Annehmlichkeiten. Wie gesagt, wer unzufrieden ist, daran etwas ändern möchte, nur zu!

Das einzige, was wir als Bürger dieses Landes tun sollte, gerade, wenn ich unzufrieden bin und erst recht, wenn ich mich hier sau wohl fühle –

GEH WÄHLEN. Am 24. September 2017

Denn wer seine Klappe hält, scheint zufrieden zu sein, der lässt sich mitregieren.

Falls Du noch nicht weißt, welche Partei Deine Interessen (am ehesten) vertritt, probier den Wahl-O-Mat aus.
Hier noch einer von RTL und RTL II: Wahl-Navi

Alle weitern Informationen zur Bundestagswahl 2017 von Seiten der Bundesregierung findet Ihr hier.

Coole Geschichte zur Entstehung der Deutschlandfahne für Kinder bei der Sendung mit der Maus!

Fährst Du noch oder was?!

Wir haben uns letztes Jahr ein Auto gekauft. Einen Diesel (rotter, rotter). Na super. Wie lange wir den denn nun fahren werden? Laut Berichten sind ja so viele alte Autos auf den Straßen unterwegs, deren Rußfilter bestimmt auch schon löchrig sind, da ist unsere nigelnagelneue Karre doch tausend Mal besser ausgestattet.

Schallend gelacht habe ich auch neulich beim Lesen eines Facebook-Berichts über die Tatsache, dass am Arbeitsplatz (in geschlossenen Räumen) die Feinstaubbelastung um ein Vielfaches höher ist, als an der Straßenecke am Ring. Darüber hinaus gibt es unterschiedliche Messtechniken für die Messungen am Arbeitsplatz und eben umme Ecke. Da unterscheiden sich die zulässigen Belastungswerte ganz enorm. Klar, Bedenken gibt es ja eben nicht wegen der gesunden (bänderverschlissenen) Jogger, sondern wegen den schwächsten Mitgliedern unserer Gesellschaft. Dagegen wirft ein Lungenarzt jetzt wieder ein, dass einige seiner Patienten an Tagen, an denen vor zu großer Feinstaubbelastung gewarnt wird, ihre Termine abgesagt haben, aus Angst vor krebsauslösender Partikel und so ihre Therapien nicht fortsetzen, was wesentlich schädlicher ist als ein Marsch durch die saure Luft.

Typisch Mensch finde ich übrigens die Art der Hetze. Am Stammtisch kann ich kaum mehr sagen, dass ich mit dem Diesel (rotter, rotter) da bin und immer noch Raucher bin. Damit schnellt mein persönlicher Feinstaub-Ausstoß ja ins Unermessliche, passt sich aber meinem C02-Ausstoß an.

Ach ne, Fahrradfahrer stehen seit neuestem ganz weit oben auf der Abschussliste: Durch den Gummiabrieb ihrer Räder verpesten sie die Luft wesentlich mehr, als ich mit meinem Diesel (rotter, rotter).

Also werde ich rauchend mit dem Radl zum nächsten Stammtisch fahren, um ein paar Acylamid-Pommes zu essen. Es lebe die Gesundheit!

Bildquelle: Umwelt Bußgeldkatalog 2017

Starke Frauen denken auch so …

Diese meine Lieblingszitate berühmter Frauen sind mir im Urlaub über den Weg gelaufen:

Ich werde eine Autokratin sein. Das ist mein Beruf.
Und Gott wird mir verzeihen. Das ist sein Beruf.
Katharina die Große

Sobald sie lesen gelernt hat,
gibt es nur noch eines,
an das zu glauben man sie lehren kann,
und das ist sie selbst.
Virginia Woolf

Es kann sein, dass ich meine Ziele nie erreichen werde,
aber ich kann sie schauen, mich an ihnen erfreuen
und sehen, wohin sie mich führen.
Louisa M. Alcott

Ich bin stolz auf die Falten.
Sie sind das Leben in meinem Gesicht.
Brigitte Bardot

Im Sammelband noch viel mehr Zitate:
Kluge Gedanken für kluge Frauen, Elisabeth Sandmann

Der Prinz, der Drache und die Hexe

Gastbeitrag von Ama

Ein junger Prinz beschließt Abenteuer zu suchen und einen Drachen zu töten. Er kauft sich ein Schwert und eine Rüstung und macht sich auf den Weg. In der Höhle des Drachen angekommen sieht er sich gerade um, als er plötzlich etwas auf seiner Schulter spürt. Er dreht sich um und vor ihm steht ein riesiger Drache, der einen Finger auf seine Schulter gelegt hat.

Der Drache fragt den Prinzen: „Hallo! Was machst Du denn hier?“
Prinz: „Äh – häm – also…“
Drache: „Immer das Gleiche mit den jungen Rittern. Gib es zu, du wolltest mich töten!“
„Naja – also – ja…“
„Hör zu, das ist nicht das erste Mal. Die dummen Jünglinge kommen an und meinen wir Drachen wären so doof, dass man uns einfach abmurksen könnte, und dabei haben sie noch nie einen von uns gesehen.  Ich mache Dir einen Vorschlag: wenn Du versprichst, Weisheit zu suchen, lasse ich Dich am Leben. Du hast von jetzt an ein Jahr Zeit, mir eine Frage zu beantworten. Wenn mich die Antwort zufriedenstellt, bekommst Du die Hälfte meines Drachenschatzes, ansonsten fresse ich Dich auf.“

„Hm – bleibt mir ja wohl nichts anderes übrig“, antwortet der Prinz
„Genau. Ach ja, komm nicht auf die Idee, abzuhauen und nie wieder zu kommen – ich finde Dich!“, erwidert der Drache. Da fragt der Prinz ein wenig eingeschüchtert: „Na gut – und wie lautet die Frage?“

„Die Frage lautet: Was ist Frauen wirklich wichtig?“

Daheim angekommen, befragt der Prinz jede Frau im Schloss, was ihr wichtig sei, von der Königin bis zur einfachsten Magd. Er bekommt viele Antworten wie „Schönheit“, „Reichtum“, „Macht“, „Einen lieben Mann…“, aber zu jeder Antwort gab es auch viele Frauen, die das für völlig falsch halten.

Er verzweifelt schon fast, als ihm jemand den Vorschlag macht die alte, weise Hexe im Sumpf zu befragen, die einige Tagesreisen weit weg wohnt.
Als er bei der Hexe ankommt, schildert er ihr sein Problem. Diese meint, die Antwort zu kennen, aber um den Preis, dass er sie heiraten wird. Da bekommt der Prinz einen Riesenschreck, denn die Hexe ist die hässlichste Frau, die er jemals gesehen hat: einen Buckel, die Beine krumm, eine große Warze auf der Nase, sie stinkt fürchterlich und ihre Stimme ist ein schauderhaftes Gekrächze.  –  Nach kurzer Zeit beschließt er aber, dass dies gegenüber dem Drachen das geringere Übel ist und verspricht die Hexe zu heiraten, wenn der Drache die Antwort akzeptiert.

Daraufhin gibt sie ihm ihre Antwort:
„Was sich jede Frau wünscht ist, über die Dinge, die sie persönlich betreffen, selbst bestimmen zu können.“

Der Drache akzeptiert die Antwort und überlässt dem Prinzen einen Teil seines Schatzes. Fröhlich reitet der Prinz nach Hause, bis er wieder an die alte Hexe denken muss. Da er edler Gesinnung ist, bleibt ihm nichts übrig, als sein Versprechen einzulösen und die Hochzeit wird angesetzt.

Welch ein trauriges Fest! Die Hexe sieht nicht nur furchtbar aus und stinkt, sie hat auch grässliche Manieren, schlürft, rülpst und beleidigt die Gäste. Manche bemitleiden den Prinzen, andere machten sich über ihn lustig aber jeder findet schnell eine Entschuldigung sich verabschieden zu müssen, so dass am frühen Abend die Feier zu Ende ist.

Danach verabschiedet sich die Braut ins Schlafzimmer, nicht ohne dem Prinz mitzuteilen, dass sie sich auf das, was jetzt kommen wird, besonders freuen würde.

Der arme Prinz überlegt sehr, ob der Drache nicht doch das kleinere Übel gewesen wäre. Wie staunt er jedoch, als er das Schlafzimmer betritt und die schönste Frau im Bett liegt, die er jemals gesehen hat! Diese duftet angenehm, hat eine schöne Stimme und erklärt ihm, dass sie sehr wohl eine Hexe sei, aber als Hexe auch die Fähigkeit habe, ihr Aussehen zu verändern und dass sie beschlossen habe, ihn für das gehaltene Versprechen zu belohnen. Sie wäre zukünftig am Tag die alte Hexe und in der Nacht die junge, schöne Frau – oder auch anders herum – der Prinz könne sich aussuchen, was ihm lieber wäre.

Der Prinz überlegt lange, was besser wäre – tagsüber eine schöne Frau, um die ihn alle beneiden würden, aber schreckliche Nächte, oder tagsüber das Gespött eines jeden zu sein und dafür die Nächte genießen zu können…

Wie hat er sich wohl entschieden!?

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Nicht weiterlesen! Erst überlegen, was wäre Deine Wahl?

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Der Prinz erinnerte sich an die Frage des Drachen die Antwort der Hexe und antwortet schließlich, dass sie dies selbst bestimmen solle. Daraufhin freut sich die Hexe und meint, dass der Prinz damit erst wirklich seine Weisheit bewiesen habe und sie als Belohnung nun immer die schöne Gestalt tragen werde.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Was wenn ich …

Was, wenn ich zaudere, hadere mit meinem Leben? Gibt es die Wunschfee wirklich? Kann ich, wie im Spiel des Lebens, nochmal von vorne beginnen? Kann ich den Berufswunsch nochmal komplett überdenken? Mein Einkommen anders generieren? Kann ich einfach alles anders machen? Keine Kinder bekommen und ausprobieren, wie es sich anfühlt an einem Feiertag echt auszuschlafen? Oder was es heißt allein zu sein?

Kann ich versuchen meine Jobqualitäten nach oben zu schrauben, mehr Verantwortung zu tragen, wichtige Entscheidungen zu treffen? Halt, ich glaube, dass wir ständig wichtige Entscheidungen treffen – leider gelten die für den Rest unseres Lebens (das erklärt unsere Sucht nach Gesellschaftsspielen …). Wie war das noch mit der Suche nach dem Rest unseres Lebens? Leben wir es gerade? Leben wir daran vorbei?  Das hier ist es! Das hier ist unsere bewusst letzte Chance es besser/ anders/ JETZT zu tun. Ja, fangen wir an, im Urlaub, auf der Suche nach unserem wirklichen Ich. Ändere, was Dich ärgert und behalte, was Dir wichtig ist.

So, das war das Wort vom Sonntagsstrand.